{"id":1657,"date":"2023-10-03T10:50:43","date_gmt":"2023-10-03T08:50:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.artfood.at\/?p=1657"},"modified":"2023-10-03T10:51:41","modified_gmt":"2023-10-03T08:51:41","slug":"ueber-das-essen-philosophische-erkundungen-iii-wurst-wahrheit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.artfood.at\/index.php\/2023\/10\/03\/ueber-das-essen-philosophische-erkundungen-iii-wurst-wahrheit\/","title":{"rendered":"\u00dcber das Essen. Philosophische Erkundungen III. Wurst &#038; Wahrheit"},"content":{"rendered":"<p>Hier wieder einmal philosophische \u00dcberlegungen zum Essen \u2013 denn, wie ich ja schon \u00f6fters erw\u00e4hnt habe, dient mir die Gastrosophie, also die Philosophie von Lebensmittelproduktion und Esskultur, hier bei <span style=\"color: #eb684b;\">ArtFood<\/span> als ein denkerischer Leitfaden.<\/p>\n<p>Diesmal also das n\u00e4chste Kapitel von Harald Lemkes Buch<em> \u201e\u00dcber das Essen. Philosophische Erkundungen\u201c<\/em>.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter  wp-image-1658\" src=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/1-300x191.jpg\" alt=\"\" width=\"355\" height=\"226\" srcset=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/1-300x191.jpg 300w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/1-1024x651.jpg 1024w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/1-768x488.jpg 768w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/1.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 355px) 100vw, 355px\" \/><\/p>\n<p><strong>Mit Nietzsche geht es um die Wurst<br \/>\n<\/strong>Ausgangspunkt ist diesmal der deutsche Philosoph Friedrich Nietzsche (1844 \u2013 1900). Er ist f\u00fcr Vieles bekannt \u2013 kaum aber f\u00fcr seine \u00dcberlegungen zum Essen. Dabei \u201egeh\u00f6rt [er] zu den ganz wenigen namhaften Denkern, die auf die Dringlichkeit einer philosophischen Haltung zum Essen hingewiesen haben.\u201c<\/p>\n<p>\u201eKennt man die moralischen Wirkungen der Nahrungsmittel? Gibt es eine Philosophie der Ern\u00e4hrung?\u201c fragte er und erhob gleichzeitig seine gastrosophische Forderung: dass wir unsere intellektuellen und k\u00fcnstlerischen Energien mehr auf die allt\u00e4glichen Angelegenheiten des Essens lenken.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1659\" aria-describedby=\"caption-attachment-1659\" style=\"width: 165px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img loading=\"lazy\" class=\"wp-image-1659 \" src=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/2-221x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"165\" height=\"224\" srcset=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/2-221x300.jpeg 221w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/2-755x1024.jpeg 755w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/2-768x1041.jpeg 768w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/2.jpeg 944w\" sizes=\"(max-width: 165px) 100vw, 165px\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1659\" class=\"wp-caption-text\">Friedrich Nietzsche<\/figcaption><\/figure>\n<p>Warum musste man diese Fragen Ende des 19. Jahrhunderts so betonen? Weil schon seit der Antike, seit Aristoteles, k\u00f6rperliche Belange wie kochen, essen, trinken oder Sex f\u00fcr die westliche Philosophie als intellektuell uninteressant galten. Das Nachdenken \u00fcber das Essen und seine Folgen wurde nicht nur gemieden, sondern als minderwertig erachtet \u2013 das ging eben so weit, dass, wenn jemand wie Nietzsche \u00fcber diese Themen nachgedacht hatte, das kaum rezipiert wurde.<\/p>\n<p><strong>Worum geht\u00b4s, wenn\u00b4s um die Wurst geht?<br \/>\n<\/strong>Friedrich Nietzsche jedenfalls machte das Essen zu einem \u201eObjekt des Nachdenkens und Umbildens\u201c. Denn f\u00fcr ihn war klar, dass \u201ein der t\u00e4glichen Lebensgestaltung mehr praktische Ethik und m\u00f6gliche Vernunft stecken [k\u00f6nnen] als in der blo\u00dfen Befolgung moralischer Pflichten.\u201c<\/p>\n<p><strong><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter  wp-image-1660\" src=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/3-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"307\" height=\"230\" srcset=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/3-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/3-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/3-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/3-754x566.jpg 754w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/3-377x283.jpg 377w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/3.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 307px) 100vw, 307px\" \/><br \/>\n<\/strong>Ausgangspunkt seiner philosophischen \u00dcberlegungen war \u201eseine eigene uners\u00e4ttliche Fleisch- und Wurstlust.\u201c Von seiner Mutter und seiner Schwester erhielt er regelm\u00e4\u00dfig \u201eFresspakete, gef\u00fcllt mit Braunschweiger W\u00fcrsten und Schinken aus Naumburg\u201c, auch schw\u00e4rmte er von saftigem Rindfleisch am Knochen.<\/p>\n<p>Das Nachdenken \u00fcber seine \u201ekulinarische Wurstlust\u201c, gesundheitliche \u00dcberlegungen sowie seine Tierliebe brachten ihn schlie\u00dflich dazu, ein vegetarisches Selbstexperiment zu starten. Dabei probierte er auch Fleischersatzprodukte \u2013 ja, das gab es damals auch schon, zum Beispiel das damals neue \u201eN\u00e6hrmittel\u201c Malto-Leguminose, also Eiwei\u00df aus H\u00fclsenfr\u00fcchten.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-1661\" src=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/4-239x300.jpeg\" alt=\"\" width=\"239\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/4-239x300.jpeg 239w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/4-815x1024.jpeg 815w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/4-768x965.jpeg 768w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/4.jpeg 1019w\" sizes=\"(max-width: 239px) 100vw, 239px\" \/><\/p>\n<p>Seine Erkenntnis: der geistige Zustand des Menschen ist auch eine \u201eebenso physische wie moralische Folge seiner Lebens- und Ern\u00e4hrungsweise\u201c.<\/p>\n<p>Und obwohl ihm die fleischlose Kost k\u00f6rperlich und geistig guttat, fiel er in die alten Gewohnheiten zur\u00fcck: es schmeckte ihm nicht, das ethische Durchhalteverm\u00f6gen schwand und er erlag \u201edem moralisch unvern\u00fcnftigen und kulinarisch schlechten, alles in allem unheilvollen Geschmack seiner Mitmenschen.\u201c Ewig wiederkehrend krank, ging er im Alter von 35 Jahren in Fr\u00fchpension und starb mit 56 in geistiger Umnachtung.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter  wp-image-1676\" src=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/5-300x208.jpeg\" alt=\"\" width=\"363\" height=\"252\" srcset=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/5-300x208.jpeg 300w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/5-1024x709.jpeg 1024w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/5-768x532.jpeg 768w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/5.jpeg 1280w\" sizes=\"(max-width: 363px) 100vw, 363px\" \/><\/p>\n<p><strong>Wurst &amp; Wahrheit<br \/>\n<\/strong>\u201eMit Nietzsche geht es um die Wurst und damit um die Wahrheit an sich und die Wahrheit einer fragw\u00fcrdigen Ern\u00e4hrungs- und Lebensweise.\u201c stellt Harald Lemke fest. F\u00fcr ihn sind Wurst &amp; Wahrheit \u201ewesensverwandt\u201c.<\/p>\n<p>Das bedeutet: Wie die Wurst ist auch die Wahrheit nie rein, sie besteht nicht aus einem einzigen St\u00fcck. \u201eDie Wahrheit ist wie jede Wurst verh\u00fcllt und aus raffinierten Bestandteilen zusammengesetzt\u201c, so Lemke weiter. Die Wahrheit existiert nur als etwas Verwurstetes, das \u201einhaltlich aus den verschiedensten Teilen, Nuancen, Mischungen, Wirkungen und W\u00fcrzungen zusammengesetzt ist\u201c.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-1663\" src=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/6-300x223.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"223\" srcset=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/6-300x223.jpeg 300w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/6-768x571.jpeg 768w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/6.jpeg 954w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>\u201eOhne Bedenken gegen\u00fcber den Halbwahrheiten ihrer Herkunft, gegen\u00fcber ihren fragw\u00fcrdigen Zusammensetzungen und deren Wirkung auf uns und alles andere, werden sie&nbsp;[<em>die Wahrheiten; Anm.<\/em>]&nbsp;gedankenlos geschluckt, verschlungen und nicht selten unverdaut wieder ausgeschieden, ausgesprochen und weitergegeben.\u201c<\/p>\n<p>Den Dingen und Realit\u00e4ten ist also von au\u00dfen gesehen kaum ihre Wahrheit, ihr Inhalt anzumerken \u2013 so wie der Wurst. Beide haben mitunter eine oberfl\u00e4chlich sch\u00f6ne Erscheinung, hinter der sich alles M\u00f6gliche verbergen kann. Und beide sollten nicht gedankenlos konsumiert werden.<\/p>\n<p><strong>Wurstproduktion &amp; Wahrheit<br \/>\n<\/strong>Sch\u00f6ne Oberfl\u00e4che, fragw\u00fcrdiger Inhalt \u2013 das gilt also f\u00fcr Wahrheit wie f\u00fcr Wurst. Und erst recht f\u00fcr die Produktion von Wurst.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter  wp-image-1664\" src=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/7-300x187.jpg\" alt=\"\" width=\"343\" height=\"214\" srcset=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/7-300x187.jpg 300w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/7-1024x639.jpg 1024w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/7-768x479.jpg 768w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/7.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 343px) 100vw, 343px\" \/><\/p>\n<p>Mit der Wurst verleibt man sich auch die Wahrheit \u00fcber ihren Inhalt, Zusatzstoffe und die Art der Herstellung ein. Als Beispiel nennt Harald Lemke unter anderem jene Vorschriften, Standards und Handelsnormen, die bestimmen, was in eine Wurst hinein muss bzw. darf.<\/p>\n<p>In \u00d6sterreich sind diese Rezepturen im sogenannten Lebensmittelbuch festgelegt. Beispiel Leberk\u00e4se, in einer Semmel mit oder ohne Gurkerl ein sehr beliebter schneller Snack: er muss weder Leber noch K\u00e4se enthalten. Enth\u00e4lt er jedoch K\u00e4se muss er \u201eK\u00e4seleberk\u00e4se\u201c hei\u00dfen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter  wp-image-1665\" src=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/8-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"323\" height=\"215\" srcset=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/8-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/8-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/8-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/8.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 323px) 100vw, 323px\" \/><\/p>\n<p>Zur Wurst-Wahrheit geh\u00f6ren auch das mit der Produktion von Fleisch oder Wurst verbundene Tierleid sowie das \u201eprofitable Veredelungsgesch\u00e4ft der fleischverarbeitenden Industrie\u201c \u2013 und die damit verbundenen regelm\u00e4\u00dfig auftretenden Lebensmittelskandale, sei es im Zusammenhang mit dem Tierschutz, sei es das Verarbeiten von Tierresten oder von verdorbenem Fleisch.<\/p>\n<p><strong>Kulinarischer Immoralismus<br \/>\n<\/strong>\u201eWir wissen l\u00e4ngst mehr als uns lieb ist dar\u00fcber, wie viel realer Wahnsinn und unappetitliche Wahrheit in einer handels\u00fcblichen Wurst stecken. \u2026 Der ungeb\u00e4ndigte Wille zur Wurst ist ein kulinarischer Immoralismus \u2026, den gegenw\u00e4rtig die Meisten von uns gerne praktizieren.\u201c<\/p>\n<p><strong>Und wie weiter?<br \/>\n<\/strong>Was nun? Das sollte ja nicht das Ende der \u00dcberlegungen sein. Daher finde ich es ganz wichtig, dass Lemke auch einen m\u00f6glichen k\u00fcnftigen Umgang mit dem Lebewesen Tier und dem Verzehr seines Fleisches skizziert.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter  wp-image-1666\" src=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/9-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"329\" height=\"247\" srcset=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/9-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/9-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/9-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/9-754x566.jpg 754w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/9-377x283.jpg 377w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/9.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 329px) 100vw, 329px\" \/><\/p>\n<p>Die notwendige \u00c4nderung im Rahmen einer ethischen Ern\u00e4hrungswende meint vor allem die Reduktion des Fleischkonsums. \u201eTierhaltung [kann] nur eine notwendige <em>Erg\u00e4nzung<\/em> zum Anbau von Ackerfr\u00fcchten sein und nicht l\u00e4nger dessen <em>Konkurrent<\/em>, der einen Gro\u00dfteil der globalen Getreideernte sowie der Erd-Ressourcen verschlingt.\u201c&nbsp;Die simple Forderung \u201eweniger und bessere Qualit\u00e4t\u201c ist allerdings nicht konkret genug.<\/p>\n<p><strong>Menschenrecht auf Fleischverzehr &amp; rituelles Festmahl<br \/>\n<\/strong>Denn <em>wieviel<\/em> ist genug oder richtig? F\u00fcr Lemke besteht \u201eeine zentrale gerechtigkeitsethische Aufgabe der gastrosophischen Selbstbestimmung der Menschheit darin, ein <em>vern\u00fcnftiges<\/em> Ma\u00df zu bestimmen.\u201c<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-1667\" src=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/10-300x223.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"223\" srcset=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/10-300x223.jpeg 300w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/10-1024x761.jpeg 1024w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/10-768x571.jpeg 768w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/10.jpeg 1280w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Vergleichbar den Emissionsrechten im Zusammenhang mit der Reduktion von CO<sub>2<\/sub> in der Luft sollte es f\u00fcr Lemke ein \u201eMenschenrecht auf Tierfleischverzehr\u201c geben. Nach \u2013 wahrscheinlich sehr langen und intensiven \u2013 politischen Diskussionen sollte gesetzlich festgelegt werden, welche Menge an tierischen Lebensmitteln pro Person erlaubt ist.<\/p>\n<p>Klingt \u2026 absurd? Vielleicht im Moment. Jedenfalls sind andere Wege als bisher notwendig, um die Folgen der zeitgen\u00f6ssischen Produktion von tierischen Lebensmitteln f\u00fcr die Umwelt, das Tierwohl und die Gesundheit zu reduzieren.<\/p>\n<p>Denn: \u201e\u2026 das allgemeine Wissen um die schrecklichen Konsequenzen des modernen Fleischkonsums [hat] bislang nicht ausgereicht, um die notwendigen Verhaltens\u00e4nderungen hervorzurufen.\u201c<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter  wp-image-1668\" src=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/11-300x95.jpg\" alt=\"\" width=\"376\" height=\"119\" srcset=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/11-300x95.jpg 300w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/11-1024x325.jpg 1024w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/11-768x244.jpg 768w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2023\/10\/11.jpg 1393w\" sizes=\"(max-width: 376px) 100vw, 376px\" \/><\/p>\n<p>Der deutlich reduzierte Fleischkonsum k\u00f6nnte in weiterer Folge auch die Art des (meist gedankenlosen) Verzehrs ver\u00e4ndern: \u201eEine zukunftsf\u00e4hige Tischgesellschaft k\u00f6nnte zu rituellen Festm\u00e4hlern und archaischen Dionysien zur\u00fcckfinden \u2026 wie in der Antike: an bestimmten Tagen wurde im Rahmen einer kultischen Mahlfeier oder eines sokratischen Symposions ein Tier geopfert und anschie\u00dfend in Ehrerbietung und Dankbarkeit kollektiv verspeist.\u201c<\/p>\n<p>Kurz gesagt: es geht also darum, die eigene \u00e4sthetische Existenz inklusive Essen selbst und selbst-verantwortlich zu gestalten \u2013 und somit auch zu \u00fcberlegen, wie man als einzelner Mensch bzw. als Gesellschaft k\u00fcnftig mit der Fragestellung des Fleischverzehrs umgehen soll.<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><span style=\"color: #eb684b;\">ArtFood: Essen mit Kunst.<\/span><\/p>\n<p>PS: Bisherige Postings zum Thema: <a href=\"https:\/\/www.artfood.at\/index.php\/2022\/07\/19\/ueber-das-essen-philosophische-erkundungen-i\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00dcber das Essen Teil I<\/a> und <a href=\"https:\/\/www.artfood.at\/index.php\/2023\/05\/02\/ueber-das-essen-philosophische-erkundungen-ii-gutes-leben-einkaufen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00dcber das Essen Teil II<\/a>.<\/p>\n<hr>\n<p><strong>Infos &amp; Quellen<br \/>\n<\/strong>*Harald Lemke: \u00dcber das Essen. Philosophische Erkundungen; Wilhelm Fink Verlag M\u00fcnchen; 2014.<br \/>\n*Codex Alimentarius Austriacus: <a href=\"https:\/\/www.lebensmittelbuch.at\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u00d6sterreichisches Lebensmittelbuch<\/a>.<\/p>\n<p><span style=\"font-size: revert; color: initial;\">Bilder:<br \/>\n<\/span>*Raffael: Schule von Athen, 1510\/1511. <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Die_Schule_von_Athen#\/media\/Datei:La_scuola_di_Atene.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wikipedia<\/a>.<br \/>\n*Friedrich Nietzsche, fotografiert von Friedrich Hermann Hartmann (ca. 1875): <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Friedrich_Nietzsche#\/media\/Datei:Nietzsche187a.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wikipedia<\/a>.<br \/>\n*H\u00e4ngende W\u00fcrste: <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/lebensmittel-wurst-hei\u00df-markt-3249644\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Peter Fuchs<\/a>, Pixabay.<br \/>\n*Buchcover &#8222;Die Ern\u00e4hrungsgesetze Liebig\u00b4s in neuester Fassung und das neue N\u00e4hrmittel Malto-Leguminose&#8220;, 1878: <a href=\"https:\/\/books.google.at\/books?id=tmDykes4ykMC&amp;printsec=frontcover&amp;hl=de&amp;source=gbs_ge_summary_r&amp;cad=0#v=onepage&amp;q&amp;f=false\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">google books<\/a>.<br \/>\n<span style=\"font-size: revert; color: initial;\">*Wurst mit stiefm\u00fctterchen: <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/wurst-lebensmittel-essen-nahrung-556491\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wolf-Henry Dreblow<\/a>, Pixabay.<br \/>\n<\/span>*Wurst angeschnitten: <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/wurst-salami-paprikasalami-fleisch-3093225\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Bruno<\/a>, Pixabay.<br \/>\n*Leberk\u00e4se:&nbsp;<a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/hackbraten-lebensmittel-mahlzeit-3747129\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rita<\/a>-\ud83d\udc69\u200d\ud83c\udf73, Pixabay.<br \/>\n*Verschiedene Sorten W\u00fcrstel: <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/schweinefleisch-snack-fleisch-hund-69429\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">PublicDomainPictures<\/a>, Pixabay.<br \/>\n*K\u00fche: <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/k\u00fche-neugierig-das-vieh-vieh-1029077\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Peggy und Marco Lachmann-Anke<\/a>, Pixabay.<br \/>\n*Fleisch: Alice Schmatzberger.<br \/>\n*Symposium: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Symposion#\/media\/Datei:Symposiumnorthwall.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Wikipedia<\/a>.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Hier wieder einmal philosophische \u00dcberlegungen zum Essen \u2013 denn, wie ich ja schon \u00f6fters erw\u00e4hnt habe, dient mir die Gastrosophie, also die Philosophie von Lebensmittelproduktion und Esskultur, hier bei ArtFood&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":1658,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[34,38,30],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.artfood.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1657"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.artfood.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.artfood.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.artfood.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.artfood.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1657"}],"version-history":[{"count":11,"href":"https:\/\/www.artfood.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1657\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1681,"href":"https:\/\/www.artfood.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1657\/revisions\/1681"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.artfood.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/1658"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.artfood.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1657"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.artfood.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1657"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.artfood.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1657"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}