{"id":1843,"date":"2024-02-06T15:12:31","date_gmt":"2024-02-06T14:12:31","guid":{"rendered":"https:\/\/www.artfood.at\/?p=1843"},"modified":"2024-02-06T15:12:31","modified_gmt":"2024-02-06T14:12:31","slug":"die-petersilie-der-tropen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.artfood.at\/index.php\/2024\/02\/06\/die-petersilie-der-tropen\/","title":{"rendered":"Die Petersilie der Tropen"},"content":{"rendered":"<p style=\"font-weight: 400;\">Eine Packung bunte Pfefferk\u00f6rner um 1,29 Euro? Ein R\u00f6mer der Antike oder ein Venezianer des 15. Jahrhunderts w\u00fcrde vermutlich fassungslos vor den heutigen Preisschildern stehen \u2013 viel zu billig alles!<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wie konnte die Republik Venedig damit im 15. Jahrhundert unermesslich reich werden?<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter  wp-image-1845\" src=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/1-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"362\" height=\"241\" srcset=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/1-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/1-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/1-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/1.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 362px) 100vw, 362px\" \/><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gew\u00fcrze geh\u00f6ren zu den \u00e4ltesten Handelsg\u00fctern der Welt \u2013 ihretwegen wurden Schiffsflotten gebaut, Ozeane \u00fcberquert, unbekannte Regionen entdeckt &amp; erobert, V\u00f6lker unterworfen und get\u00f6tet, Unsummen an Gold oder Dukaten ausgegeben.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>\u00c4rzte, Adelige \u2026<br \/>\n<\/strong>Pfeffer z\u00e4hlt zu den \u00e4ltesten gebr\u00e4uchlichen Gew\u00fcrzen. In s\u00fcdindischen Tempeln wurde er f\u00fcr religi\u00f6se Rituale verwendet, in der traditionellen chinesischen Heilmedizin galt er immer schon als Heilkraut, auch der antike griechische Arzt Hippokrates verwendete ihn als Medikament.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Hildegard von Bingen, mittelalterliche Universalgelehrte, bekannt f\u00fcr ihre Naturheilkunde, empfahl Pfeffer bei mannigfachen Beschwerden: bei schwachen Nerven, zum Ausgleich von Hitzeattacken, zur Steigerung der Schaffenskraft, Fr\u00f6hlichkeit bzw. Genialit\u00e4t und schlie\u00dflich auch als \u201eMagensaftlockerer\u201c bei tr\u00e4ger Verdauung.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-1846 \" src=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/2-e1707228076339-300x189.jpg\" alt=\"\" width=\"341\" height=\"215\" srcset=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/2-e1707228076339-300x189.jpg 300w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/2-e1707228076339-1024x644.jpg 1024w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/2-e1707228076339-768x483.jpg 768w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/2-e1707228076339-1536x965.jpg 1536w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/2-e1707228076339.jpg 1680w\" sizes=\"(max-width: 341px) 100vw, 341px\" \/><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Weil sein Transport von der indischen Malabark\u00fcste nach Europa so umst\u00e4ndlich, zeitraubend und gef\u00e4hrlich war, wurde Pfeffer eine Zeitlang als Zahlungsmittel verwendet. In Europa wog man ihn mit Gold auf, weil er so selten war. Und noch im Mittelalter wurden manchmal Pachten, Mitgiften und Steuern mit Pfeffer bezahlt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Adelige und die reiche B\u00fcrgerschicht verwendeten Pfeffer recht verschwenderisch. Als Luxusgut versprach er Prestige, er war ein Statussymbol. Die wohlhabende Oberschicht im alten Rom verwendete ihn gar zur Dekoration, in silbernen Schalen verbreitete er im vornehmen Haushalt seinen w\u00fcrzigen Duft.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-1847 \" src=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/3-e1707228132556-300x232.jpeg\" alt=\"\" width=\"316\" height=\"244\" srcset=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/3-e1707228132556-300x232.jpeg 300w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/3-e1707228132556.jpeg 580w\" sizes=\"(max-width: 316px) 100vw, 316px\" \/><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Wei\u00dfem Pfeffer kam dabei lange Zeit eine besondere Stellung zu: das Appetitlexikon aus dem Jahr 1894 bezeichnet ihn gar als \u201earistokratisch, obgleich es im 19. Jahrhundert nicht mehr zu den Geboten der H\u00f6flichkeit geh\u00f6rt, bei Anwesenheit eines vornehmen Gastes die Pfefferb\u00fcchse nur mit gesto\u00dfenem wei\u00dfem Pfeffer zu f\u00fcllen.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>\u2026 und \u00c4bte<br \/>\n<\/strong>Ein Luxusgut, das dem Adel und den Reichen vorbehalten war? Da waren die \u00c4bte und Priester auch nicht weit. Man konnte es sich leisten: angeblich war der Erzbischof von Arles im Jahr 1431 Dauerkunde f\u00fcr exotische Gew\u00fcrze, wie Ingwer, Nelken, Muskat, Zimt \u2013 und eben auch Pfeffer. Dieser wurde f\u00fcr Opferspeisen ebenso wie f\u00fcr Einbalsamierungen verwendet, und auch zu Fastenzeiten war er erlaubt. Aber nicht \u00fcberall in der kl\u00f6sterlichen Welt waren Gew\u00fcrze wie Pfeffer willkommen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter  wp-image-1848\" src=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/4-e1707228171336-300x260.jpeg\" alt=\"\" width=\"320\" height=\"277\" srcset=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/4-e1707228171336-300x260.jpeg 300w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/4-e1707228171336.jpeg 640w\" sizes=\"(max-width: 320px) 100vw, 320px\" \/><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Der heilige Bernhard von Clairvaux, mittelalterlicher Abt und einer der bedeutendsten M\u00f6nche der katholischen Zisterzienser, predigte entschieden gegen diese weltlichen, exotischen Gen\u00fcsse: diese w\u00fcrden stets \u201edie Esslust aufs Neue aufleben lassen\u201c. Und dadurch eine unn\u00f6tige, ja verwerfliche, weil ablenkende Reizung der Sinne verursachen \u2013 was die Gedanken und Herzen der M\u00f6nche und Priester von der Hinwendung zu Gott abh\u00e4lt.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Pfeffer als irdisches Paradies<br \/>\n<\/strong>Eine Gefahr f\u00fcr die Fr\u00f6mmigkeit, so die Schlussfolgerung des Heiligen Bernhards: \u201eDie Erregung des Geschmacks und die Kochkunst sind im Bunde mit den T\u00e4uschungen der fleischlichen Gel\u00fcste, die die Leidenschaften des Magens in Bewegung setzen und den M\u00f6nch jedes Ma\u00df verlieren lassen.\u201c Pfeffer bzw. exotische Gew\u00fcrze sind \u201ekeine Speisen der Seele, sondern entz\u00fcnden die Begierden und entfernen damit den Menschen von Gott\u201c. Sie versprechen ein irdisches Paradies \u2013 wo doch das m\u00f6nchische Leben auf das sp\u00e4tere himmlische Paradies ausgerichtet soll.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter  wp-image-1849\" src=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/5-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"350\" height=\"233\" srcset=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/5-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/5-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/5-768x511.jpg 768w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/5.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 350px) 100vw, 350px\" \/><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Sch\u00e4rfe &amp; W\u00fcrze<br \/>\n<\/strong>Nat\u00fcrlich diente Pfeffer immer schon zum W\u00fcrzen von Speisen, auch wenn er f\u00fcr sich genommen ja eigentlich nur scharf ist, manchmal bitter, vielleicht sogar unangenehm. \u201eDie Menschen unterscheiden sich von s\u00e4mtlichen allesfressenden S\u00e4ugetieren unter anderem dadurch, dass sie als einzige Nahrungsmittel konsumieren, die bei den drei oder vier erstmaligen Versuchen einen unangenehmen Geschmack haben.\u201c<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Besonders im Mittelalter wurden die meisten Speisen so stark gew\u00fcrzt, dass der Eigengeschmack \u00fcberdeckt wurde \u2013 das galt als Merkmal einer gehobenen K\u00fcche. Und Pfeffer machte auch vor Wein nicht Halt: insbesondere R\u00f6mer und Griechen mischten w\u00e4hrend oder nach der G\u00e4rung Kr\u00e4uter, Honig, Bl\u00fcten dazu \u2013 oder auch Pfeffer.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter  wp-image-1850\" src=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/6-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"329\" height=\"219\" srcset=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/6-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/6-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/6-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/6.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 329px) 100vw, 329px\" \/><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Wie alles begann \u2013 ein wenig Geschichte<br \/>\n<\/strong>Pfeffer stammt urspr\u00fcnglich aus Indien. Entsprechend umst\u00e4ndlich waren die Transportwege: Karawanen, Kamelz\u00fcge, Segelschiffe waren teils ein ganzes Jahr unterwegs. Ein mehr oder weniger gro\u00dfer Teil der Ware ging unterwegs verloren, St\u00fcrme brachten Schiffe zum Kentern, Diebe \u00fcberfielen Karawanen, s\u00e4ckeweise wurde die kostbare Fracht abgezweigt &amp; privat verh\u00f6kert.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter wp-image-1851 size-medium\" src=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/7-e1707228311810-300x278.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"278\" srcset=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/7-e1707228311810-300x278.jpg 300w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/7-e1707228311810-768x713.jpg 768w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/7-e1707228311810.jpg 851w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Auf den europ\u00e4ischen Tellern landete Pfeffer erstmals nach dem Indien-Feldzug von Alexander dem Gro\u00dfen in den Jahren 326 und 325 vor unserer Zeitrechnung. Die antiken R\u00f6mer waren ganz vernarrt in Pfeffer. Weil sie aber die hohen Preise der H\u00e4ndler f\u00fcr die Importe nicht bezahlen wollten, eroberten sie kurzerhand entsprechende Gebiete \u2013 Problem gel\u00f6st, zumindest f\u00fcr einige Zeit. Denn das r\u00f6mische Reich ging unter, auch wenn es sich im Jahr 410 noch mit Pfeffer, Gold und Silber freizukaufen versuchte.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-1852\" src=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/8.jpg-e1707228360894-300x279.jpeg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"279\" srcset=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/8.jpg-e1707228360894-300x279.jpeg 300w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/8.jpg-e1707228360894-1024x952.jpeg 1024w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/8.jpg-e1707228360894-768x714.jpeg 768w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/8.jpg-e1707228360894.jpeg 1280w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Die L\u00fccke in der Pfefferversorgung \u00fcbernahmen indische und arabische H\u00e4ndler \u2013 bis schlie\u00dflich La Serenissima, n\u00e4mlich die Republik Venedig zur f\u00fchrenden Handelsmacht des Mittelalters aufstieg.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Venedig beherrschte bald den gesamten europ\u00e4ischen Pfeffermarkt. Es wurden eigene Pfefferflotten f\u00fcr den Import aus Indien gebaut und Venedig konnte in ganz Europa die Preise daf\u00fcr diktieren. Pfeffer wurde teurer und teurer und die Gewinnspannen der venezianischen H\u00e4ndler stiegen ins Unermessliche.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter  wp-image-1853\" src=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/9-300x197.jpg\" alt=\"\" width=\"341\" height=\"224\" srcset=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/9-300x197.jpg 300w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/9-1024x671.jpg 1024w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/9-768x503.jpg 768w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/9.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 341px) 100vw, 341px\" \/><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Nun, so etwas ist immer fragil: andere Nationen wurden neidisch, wollten auch ihren Anteil am Handel mit Pfeffer und anderen Gew\u00fcrzen. Der portugiesische Seefahrer und Abenteurer Vasco da Gama bricht schlie\u00dflich Ende des 15. Jahrhunderts auf, um einen Seeweg nach Indien zu suchen.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Und er war erfolgreich: er umsegelte das Kap der Guten Hoffnung, etablierte Handelsbeziehungen mit Indien und brachte eine gewaltige Ladung Pfeffer nach Lissabon \u2013 Venedig war fortan aus dem Rennen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter  wp-image-1854\" src=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/10-300x167.jpeg\" alt=\"\" width=\"338\" height=\"188\" srcset=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/10-300x167.jpeg 300w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/10.jpeg 640w\" sizes=\"(max-width: 338px) 100vw, 338px\" \/><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>To make a long story short<br \/>\n<\/strong>Die m\u00f6glichen Gewinne beim Pfefferhandel riefen schlie\u00dflich noch die Holl\u00e4nder und auch die Engl\u00e4nder auf den Plan. Das Monopol der Portugiesen br\u00f6ckelte. Und schnell \u00fcberstiegen im 16. Jahrhundert die importierten Mengen an Pfeffer den Verbrauch in der Bev\u00f6lkerung \u2013 die Preise st\u00fcrzten ab, ebenso das Prestige von Pfeffer \u2013 und endlich wurde er auch f\u00fcr die Allgemeinheit erschwinglich.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Er wurde zum Allgemeingut: \u201ePfeffer ist die Petersilie der Tropen, das gemeinste und unentbehrlichste Gew\u00fcrz der hei\u00dfen L\u00e4nder und seit Jahrhunderten auch der gem\u00e4\u00dfigten Zone\u201c, konstatiert trocken das Appetitlexikon im 19. Jahrhundert.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter  wp-image-1855\" src=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/11-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"303\" height=\"202\" srcset=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/11-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/11-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/11-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/11.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 303px) 100vw, 303px\" \/><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Gr\u00fcn Schwarz Rot Wei\u00df \u2026 noch etwas Botanik<br \/>\n<\/strong>Dunkles Schwarzbraun, cremefarbenes Wei\u00df, zartes Gr\u00fcn oder kr\u00e4ftiges Rot: in diesen Farben begegnen uns die Pfefferk\u00f6rner \u2013 und sie alle stammen von der gleichen Pflanze.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Gr\u00fcner Pfeffer wird aus unreifen Fr\u00fcchten gewonnen. Um seine Farbe und sein Aroma zu behalten, wird er unmittelbar nach der Ernte entweder in Salzwasser eingelegt oder schnell bei hohen Temperaturen getrocknet. Wenn der gr\u00fcne Pfeffer dagegen langsam in der Sonne trocknet, werden die Pfefferk\u00f6rner runzlig und schwarzbraun \u2013 so wie unsere Haut nach zuviel Sonnenbaden. \ud83d\ude42<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter  wp-image-1856\" src=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/12-300x200.jpeg\" alt=\"\" width=\"308\" height=\"205\" srcset=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/12-300x200.jpeg 300w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2024\/02\/12.jpeg 640w\" sizes=\"(max-width: 308px) 100vw, 308px\" \/><\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Rot werden die Pfefferk\u00f6rner erst, wenn sie so richtig reif sind. Diese werden getrocknet oder in Lake eingelegt \u2013 sind aber in Europa kaum zu finden. Sch\u00e4lt man die roten Pfefferk\u00f6rner und entfernt das ganze Fruchtfleisch, erh\u00e4lt man wei\u00dfen Pfeffer, den nackten Kern des reifen Pfefferkorns.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Doch kein Pfeffer \u2026<br \/>\n<\/strong>Rosa Pfefferbeeren, Chili-Pfeffer, Cayenne-Pfeffer, Sichuan-Pfeffer \u2013 sie alle schmecken wohl scharf, stammen aber von g\u00e4nzlich anderen Pflanzen und gelten somit nicht als Pfeffer.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400; text-align: center;\"><span style=\"color: #eb684b;\"><strong>ArtFood: Essen mit Kunst.<\/strong><\/span><\/p>\n<hr \/>\n<p style=\"font-weight: 400;\"><strong>Infos &amp; Quellen<br \/>\n<\/strong>*Robert Habs: Appetitlexikon. Ein alphabetisches Hand- und Nachschlagebuch \u00fcber Speisen und Getr\u00e4nke. Zugleich Erg\u00e4nzung eines jeden Kochbuchs; gek\u00fcrzte Neuauflage Insel-Verlag 2015 (Urspr\u00fcnglich Mitte\/Ende 19. Jahrhundert).<br \/>\n*Zitate: Stefan Zandt: Die Kultivierung des Geschmacks. Eine Transformationsgeschichte der kulinarischen Sinnlichkeit; 2021.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">Bilder:<br \/>\n*Titelbild: <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/pfefferk\u00f6rner-w\u00fcrzen-lebensmittel-6997562\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">11082974<\/a>, Pixabay.<br \/>\n*Gew\u00fcrze: <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/markt-stand-gew\u00fcrze-lebensmittel-3466906\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Peter H<\/a>, Pixabay.<br \/>\n*Pfeffer hell: <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/pfeffer-w\u00fcrze-w\u00fcrzen-wei\u00dfer-pfeffer-525696\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">congerdesign<\/a>, Pixabay.<br \/>\n*Pfeffer in Silberschale: erstellt mittels KI Adobe Firefly.<br \/>\n*Marktbild: erstellt mittels KI Adobe Firefly.<br \/>\n*Kloster:\u00a0<span style=\"font-size: revert;\"><a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/kloster-kirche-architektur-abtei-4169566\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Peter H<\/a>, Pixabay.<br \/>\n<\/span>*Pfeffer schwarz: <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/pfeffer-schwarzer-pfeffer-5501218\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Kai Reschke<\/a>, Pixabay.<br \/>\n*Pfeffer schwarz: <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/nahaufnahme-lebensmittel-1834330\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Pexels<\/a>, Pixabay.<br \/>\n*Marktbild mit Gew\u00fcrzen: erstellt mittels KI Adobe Firefly.<br \/>\n*Venedig: Peggychoucair,Pixabay.<br \/>\n*Pieter Claesz: Stillleben mit Truthahn-Pie, 1627. <a href=\"https:\/\/www.rijksmuseum.nl\/en\/rijksstudio\/artists\/pieter-claesz\/objects#\/SK-A-4646,0\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">Rijksmuseum<\/a>.<br \/>\n*Pfeffer bunt: <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/gew\u00fcrze-pfeffer-bunter-pfeffer-2364781\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">vwald<\/a>, Pixabay.<br \/>\n*Pfeffer bunt: <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/pfeffer-scoop-pfefferk\u00f6rner-gew\u00fcrze-1914117\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener\">\u0414\u0430\u0440\u044c\u044f \u042f\u043a\u043e\u0432\u043b\u0435\u0432\u0430<\/a>, Pixabay.<\/p>\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n<p style=\"font-weight: 400;\">\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Eine Packung bunte Pfefferk\u00f6rner um 1,29 Euro? Ein R\u00f6mer der Antike oder ein Venezianer des 15. 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