{"id":915,"date":"2021-09-28T21:41:03","date_gmt":"2021-09-28T19:41:03","guid":{"rendered":"https:\/\/www.artfood.at\/?p=915"},"modified":"2021-10-19T14:51:38","modified_gmt":"2021-10-19T12:51:38","slug":"death-in-the-afternoon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.artfood.at\/index.php\/2021\/09\/28\/death-in-the-afternoon\/","title":{"rendered":"Death in the Afternoon"},"content":{"rendered":"<p>Absinth: ein legend\u00e4rer, lange Zeit verbotener, meist giftgr\u00fcner, bitterer Wermuthlik\u00f6r, der K\u00fcnstlern und Intellektuellen vor allem in Paris des 19. Jahrhunderts als Muse galt. Auch <em>Die Gr\u00fcne Fee<\/em> genannt. \u00dcber seinen Einfluss auf wichtige Maler wie Edgar Degas, \u00c9douard Manet oder Pablo Picasso habe ich in <a href=\"https:\/\/www.artfood.at\/index.php\/2021\/03\/09\/die-gruene-fee\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><strong>Die Gr\u00fcne Fee<\/strong><\/a> bereits erz\u00e4hlt.<\/p>\n<p>Aber auch zahlreiche Schriftsteller hatten eine innige Beziehung zum Absinth, beispielweise Charles Baudelaire, Edgar Allan Poe, Oscar Wilde, James Joyce oder Marcel Proust \u2013 dessen Gesamtausgabe <em>Auf der Suche nach der verlorenen Zeit<\/em> ich gerade erstanden habe\u2026 irgendwo auf diesen 1300 Seiten geht es dann auch um ein Geb\u00e4ck namens Madeleine \u2026 aber das ist eine andere Geschichte.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter size-medium wp-image-916\" src=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/2048px-Ernest_Hemingway_Writing_at_Campsite_in_Kenya_-_NARA_-_192655-300x300.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"300\" srcset=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/2048px-Ernest_Hemingway_Writing_at_Campsite_in_Kenya_-_NARA_-_192655-300x300.jpg 300w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/2048px-Ernest_Hemingway_Writing_at_Campsite_in_Kenya_-_NARA_-_192655-1024x1024.jpg 1024w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/2048px-Ernest_Hemingway_Writing_at_Campsite_in_Kenya_-_NARA_-_192655-150x150.jpg 150w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/2048px-Ernest_Hemingway_Writing_at_Campsite_in_Kenya_-_NARA_-_192655-768x768.jpg 768w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/2048px-Ernest_Hemingway_Writing_at_Campsite_in_Kenya_-_NARA_-_192655-1536x1536.jpg 1536w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/2048px-Ernest_Hemingway_Writing_at_Campsite_in_Kenya_-_NARA_-_192655.jpg 2048w\" sizes=\"(max-width: 300px) 100vw, 300px\" \/><\/p>\n<p>Heute widmet sich ArtFood einem der Trinkfestesten unter den Schriftstellern: Ernest Hemingway. Er ist einer der wichtigsten US-amerikanischen Schriftsteller des 20. Jahrhunderts, der sowohl den Pulitzerpreis als auch den Literaturnobelpreis gewonnen hat. Er bediente viele K\u00fcnstlerklischees: einsamer Wolf, ungl\u00fccklich Verliebter im Feldlazarett am Ende des 1. Weltkriegs, Trinker in den Bars der Welt, depressiver Literat, \u00dcberlebender zweier Flugzeugabst\u00fcrze in Afrika, mehrmals Verheirateter und ruhelos Umherziehender: USA, Kanada, Paris, wieder USA, zwei Wintersaisonen in Vorarlberg, danach Bahamas und schlie\u00dflich zwei Jahrzehnte in Havanna, der kubanischen Hauptstadt. Im Jahr 1961 erschoss er sich mit seinem Gewehr, seiner \u201eglatten, braunen Geliebten\u201c.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter  wp-image-919\" src=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Hemingway_Bar_cuba-3285540_1280-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"346\" height=\"230\" srcset=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Hemingway_Bar_cuba-3285540_1280-300x200.jpg 300w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Hemingway_Bar_cuba-3285540_1280-1024x682.jpg 1024w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Hemingway_Bar_cuba-3285540_1280-768x512.jpg 768w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Hemingway_Bar_cuba-3285540_1280.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 346px) 100vw, 346px\" \/><\/p>\n<p>Neben trockenen, eisgek\u00fchlten Martinis hegte er eine besondere Zuneigung zum Absinth, den er als Diabetiker angeblich ohne Zucker genoss. Zahlreiche seiner Romanhelden huldigen daher auch dieser <em>Gr\u00fcnen Fee<\/em>.<\/p>\n<p>Hier nun drei l\u00e4ngere Kostproben &amp; H\u00e4ppchen Weltliteratur aus dem Hemingway\u00b4schen Literatur-Universum:<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter  wp-image-918\" src=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Buch_Brille_Phone-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"333\" height=\"250\" srcset=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Buch_Brille_Phone-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Buch_Brille_Phone-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Buch_Brille_Phone-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Buch_Brille_Phone-1536x1152.jpg 1536w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Buch_Brille_Phone-754x566.jpg 754w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Buch_Brille_Phone-377x283.jpg 377w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Buch_Brille_Phone.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 333px) 100vw, 333px\" \/><\/p>\n<p><strong>Wem die Stunde schl\u00e4gt \u2026<br \/><\/strong>\u2026 ist der Titel eines der wichtigsten Romane Hemingways, in dem er den Spanischen B\u00fcrgerkrieg in den 1930er Jahren thematisiert. Der Protagonist dieser Geschichte ist Robert Jordan, ein amerikanischer Guerillakrieger und Sprengstoffexperte, der in diesem Krieg gegen General Franco und seine faschistische Bewegung k\u00e4mpft. Sein Auftrag besteht darin, sich durch die feindlichen Linien zu k\u00e4mpfen und eine strategisch wichtige Br\u00fccke im Hinterland zu sprengen. Dazu ben\u00f6tigt er unter anderem die Hilfe von Pablo und dessen Widerstandsk\u00e4mpfern. In all dem Irrsinn im Alltag des Krieges ist eine Flasche Absinth so ziemlich der einzige Trost, mit Hilfe der Gr\u00fcnen Fee schwelgt Robert Jordan in Erinnerungen an das einst s\u00fc\u00dfe Leben in Paris. Jordan und sein local Guide Anselmo ziehen also durch unwegsames spanisches Gel\u00e4nde und wir ein kleines St\u00fcck mit ihnen.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter  wp-image-920\" src=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/las-medulas-298849_1280-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"348\" height=\"261\" srcset=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/las-medulas-298849_1280-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/las-medulas-298849_1280-1024x768.jpg 1024w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/las-medulas-298849_1280-768x576.jpg 768w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/las-medulas-298849_1280-754x566.jpg 754w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/las-medulas-298849_1280-377x283.jpg 377w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/las-medulas-298849_1280.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 348px) 100vw, 348px\" \/><\/p>\n<p>\u201eSie gingen am Rande der Lichtung entlang, ein grauer Nebel bedeckte den Boden. Nun war das Gras unter den F\u00fc\u00dfen von einer \u00fcppigen Weichheit, anders als zuvor der harte Nadelboden des Waldes, und die Feuchte des Taus drang durch die leinenen Schuhe. Ein St\u00fcck weiter vorne zwischen den St\u00e4mmen sah Robert Jordan ein Licht schimmern, und er wu\u00dfte, dort mu\u00dfte der Eingang zur H\u00f6hle liegen. \u2026 Drinnen war es warm und rauchig. An der einen Wand stand ein Tisch und darauf eine Talgkerze in einem Flaschenhals, und an dem Tisch sa\u00dfen Pablo, drei M\u00e4nner, die er nicht kannte, und der Zigeuner Rafael. \u2026 In der einen Ecke beugte Pablos Weib sich \u00fcber ein Holzkohlenfeuer auf dem offenen Herd. Neben ihr kniete das M\u00e4dchen und r\u00fchrte in einem eisernen Topf.\u00a0<br \/>\u2026<br \/>\u226bHabt ihr Wein?\u226a Robert Jordan richtete diese Frage an die ganze Tischgesellschaft. Er beugte sich ein wenig vor, die H\u00e4nde auf den Tisch gest\u00fctzt.<br \/>\u226bEs ist nur noch wenig da\u226a, sagte Pablo m\u00fcrrisch.<br \/>\u2026<br \/>\u226bDann m\u00f6chte ich eine Tasse Wasser haben. Du!\u226a rief er dem M\u00e4dchen zu. \u226bBring mir eine Tasse Wasser.\u226a<br \/>\u2026<br \/>Er holte die lederbezogene Flasche aus der Tasche, schraubte den Deckel ab, nahm die Tasse, trank sie halb leer und go\u00df dann sehr langsam etwas von dem Inhalt der Flasche in die Tasse. Dann sagte er zu Pablo: \u226bEs ist nur noch wenig da, sonst w\u00fcrde ich dir etwas davon anbieten.\u226a<br \/>\u226bIch mag Anis nicht\u226a, sagte Pablo. Der scharfe Geruch hatte sich \u00fcber den ganzen Tisch verbreitet, und diese eine Ingredienz war Pablo bekannt.<br \/>\u226bGut\u226a, sagte Robert Jordan. \u226bWeil nur noch sehr wenig da ist.\u226a<br \/>\u226bWas ist das f\u00fcr ein Getr\u00e4nk?\u226a fragte der Zigeuner.<br \/>\u226bEine Medizin\u226a, sagte Robert Jordan. \u226bWillst du kosten?\u226a<br \/>\u226bWof\u00fcr?\u226a<br \/>\u226bF\u00fcr alles\u226a, antwortete Robert Jordan. \u226bSie heilt alles. Wenn dir irgendwas fehlt, hilft dir diese Medizin.\u226a<br \/>\u226bLa\u00df mich kosten\u226a, sagte der Zigeuner.<\/p>\n<p>Robert Jordan schob ihm die Tasse hin. Die Mischung war von einem milchigen Gelb. Er hoffte, der Zigeuner w\u00fcrde nicht mehr als einen Schluck nehmen. Es war nur noch sehr wenig davon \u00fcbrig, und eine einzige Tasse ersetzte ihm die Abendzeitung, alle die sch\u00f6nen Abende im Caf\u00e9, alle die Kastanienb\u00e4ume, die wohl jetzt schon in Bl\u00fcte standen, die plumpen, schwerf\u00e4lligen G\u00e4ule auf den \u00e4u\u00dferen Boulevards, die B\u00fccherl\u00e4den, die Kioske und Galerien, den Parc Montsouris, das Stade Buffalo, die Buttes Chaumont, die Guaranty Trust Company und die \u00cele de la Cit\u00e9, Foyots altes Hotel, und da\u00df man abends lesen kann und sich entspannen, alles, was ihm einmal Freude gemacht und was er vergessen hatte und was ihm wieder einfiel, wenn er von diesem tr\u00fcben, bitteren, die Zunge l\u00e4hmenden, Hirn und Magen w\u00e4rmenden, die Gedanken ablenkenden Alchimistentrunk kostete.<\/p>\n<p>Der Zigeuner verzog das Gesicht und reichte die Tasse zur\u00fcck. \u226bEs riecht nach Anis, aber es ist bitter wie Galle\u226a, sagte er. \u226bLieber krank sein, als diese Medizin nehmen.\u226a ..\u00a0\u226bDas ist der Wermut\u226a, sagte Robert Jordan. \u226bDer echte Absinth enth\u00e4lt Wermut. Man sagt, er erzeugt Gehirnf\u00e4ule, aber das glaube ich nicht. Man kommt blo\u00df auf andere Gedanken. Eigentlich soll man ganz langsam das Wasser in den Absinth gie\u00dfen, tropfenweise.\u226a Er nahm einen gro\u00dfen Schluck und f\u00fchlte, wie die Fl\u00fcssigkeit k\u00f6stlich bet\u00e4ubend \u00fcber seine Zunge rann.\u201c<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter  wp-image-921\" src=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Stierkampf-300x193.jpg\" alt=\"\" width=\"371\" height=\"239\" srcset=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Stierkampf-300x193.jpg 300w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Stierkampf-1024x658.jpg 1024w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Stierkampf-768x493.jpg 768w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Stierkampf.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 371px) 100vw, 371px\" \/><\/p>\n<p><strong>Tod am Nachmittag<\/strong>\u00a0<br \/>Auch in einer Kurzgeschichte Hemingways aus dem Jahr 1932 spielt der Absinth eine wesentliche Rolle. In <em>Tod am Nachmittag<\/em> (<em>Death in the Afternoon<\/em>) widmet er sich umfassend der kulturellen Bedeutung und Rolle des Stierkampfes. Immer wieder werden ein oder gerne auch mehrere Gl\u00e4ser Absinth getrunken: zum Beispiel im Caf\u00e9 Kutz, wo der namenslose Erz\u00e4hler dieser Geschichte einige Personen dazu \u00fcberredet, einen Stierkampf zu besuchen \u2013 mit unangenehmen Folgen: \u201e There were present, for the first time at bullfights, some people to whom I had spoken of the brilliance, the art, and so forth of bullfighting at great length. I had held forth a long time, stimulated to eloquence by two or three absinthes at the Caf\u00e9 Kutz, and before they went had them all pretty eager to see a bullfight and especially this bullfight. None of them spoke to me after the fight and two, including one on whom I had hoped to make a good impression, were quite ill.\u201c<\/p>\n<p>An anderer Stelle antwortet der Erz\u00e4hler auf die Frage, warum er nicht mehr als Stierk\u00e4mpfer, als Matador, arbeitet: \u201eMy decision was reached on a consideration of my physical ineptitudes, on the welcome advice of my friends and from the fact that it became increasingly harder as I grew older to enter the ring happily except after drinking three or four absinthes which, while they inflamed my courage, slightly distorted my reflexes.\u201d\u00a0<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter  wp-image-917\" src=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/absinthe-4218874_1920-300x169.jpg\" alt=\"\" width=\"375\" height=\"211\" srcset=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/absinthe-4218874_1920-300x169.jpg 300w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/absinthe-4218874_1920-1024x576.jpg 1024w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/absinthe-4218874_1920-768x432.jpg 768w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/absinthe-4218874_1920-1536x864.jpg 1536w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/absinthe-4218874_1920.jpg 1920w\" sizes=\"(max-width: 375px) 100vw, 375px\" \/><\/p>\n<p>Und auch die unterschiedlichen in Spanien servierten Schalentiere \u2013 wie die galizischen Entenmuscheln, Riesengarnelen, diverse Hummerarten, Austern oder Flusskrebse \u2013 schmecken f\u00fcr den Erz\u00e4hler am besten mit \u2026 Absinth. Oder auch Bier.\u00a0<\/p>\n<p><strong>The Sun Also Rises oder: Fiesta<br \/><\/strong>In diesem Roman, der 1927 Hemingways Durchbruch als Schriftsteller markierte, ist der Stierkampf ebenfalls pr\u00e4sent. Die Geschichte spielt unter anderem in Pamplona, w\u00e4hrend der siebent\u00e4gigen Fiesta <em>San Fermin<\/em>, w\u00e4hrend der auch Kampfstiere durch die engen Gassen getrieben werden. Ein Spektakel, das auch im Jahr 2021 noch j\u00e4hrlich stattfindet.<\/p>\n<p>In diesem Roman sind so ziemlich alle Figuren, egal ob m\u00e4nnlich oder weiblich, dem Alkohol sehr zugeneigt. Das Sachbuch \u201eWriting under influence. Alcoholism and the Alcoholic Perception from Hemingway to Berryman\u201c bezeichnet <em>The Sun Also Rises<\/em> gar als ein \u201cbemerkenswertes Portrait der Pathologie des Alkoholismus.\u201d Der Roman w\u00fcrde ein tr\u00fcgerisches oder falsches Bild zeigen, weil er die nachteiligen Aspekte von Alkoholabh\u00e4ngigkeit nicht deutlich aufzeige \u2013 nun, das scheint mir etwas streng, denn <em>The Sun Also Rises<\/em> ist ja eine fiktive Geschichte \u00fcber das Verloren-Sein in der Welt und keine Sachverhaltsdarstellung.<\/p>\n<p>Wie auch immer: jedenfalls ist der Anti-Held und Ich-Erz\u00e4hler dieser Geschichte, Jacob Barnes, genannt Jake, w\u00e4hrend des ganzen Romans ungl\u00fccklich verliebt in Lady Brett Ashley \u2013 einer von mehreren Gr\u00fcnden, sich an ein paar Gl\u00e4ser Absinth anzulehnen. In einer Szene, die in Paris spielt, einer der ehemaligen Hauptst\u00e4dte des Absinths, trinkt Jake interessanterweise lediglich Pernod, \u201ea greenish imitation Absinth.\u201c<\/p>\n<p>Sp\u00e4testens in Pamplona wird dann aber endlich gl\u00e4serweise Absinth serviert. Vor dem Stierkampf im Caf\u00e9, w\u00e4hrend des Kampfes und schlie\u00dflich auch danach, nachdem man im Restaurant des Hotels einige hart gekochte Eier und ein paar Flaschen Bier zu sich genommen hatte.<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter  wp-image-922\" src=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/alcoholic-beverages-1845295_1280-300x225.jpg\" alt=\"\" width=\"338\" height=\"253\" srcset=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/alcoholic-beverages-1845295_1280-300x225.jpg 300w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/alcoholic-beverages-1845295_1280-1024x769.jpg 1024w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/alcoholic-beverages-1845295_1280-768x577.jpg 768w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/alcoholic-beverages-1845295_1280-754x566.jpg 754w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/alcoholic-beverages-1845295_1280-377x283.jpg 377w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/alcoholic-beverages-1845295_1280.jpg 1280w\" sizes=\"(max-width: 338px) 100vw, 338px\" \/><\/p>\n<p>\u201e\u201cCome on over to the caf\u00e9,\u201d Bill said. \u201cI want an absinthe.\u201d \u2026 Outside it was beginning to be cloudy again. The square was full of people and the fireworks experts were making up their set pieces for the night and covering them over with beech branches. \u2026 We watched the beginning of the evening of the last night of the fiesta. The absinthe made everything seem better. I drank it without sugar in the dripping glass, and it was pleasantly bitter.<br \/>\u2026<br \/>We had another absinthe. \u2026 After a little while Bill said: \u201cWhat\u2019s the matter? Feel low?\u201d<br \/>\u201cLow as hell.\u201d<br \/>\u201cHave another absinthe. Here, waiter! Another absinthe for this se\u00f1or.\u201d<br \/>\u201cI feel like hell,\u201d I said.<br \/>\u201cDrink that,\u201d said Bill. \u201cDrink it slow.\u201d<br \/>It was beginning to get dark. The fiesta was going on. I began to feel drunk but I did not feel any better.<br \/>\u201cHow do you feel?\u201d<br \/>\u201cI feel like hell.\u201d<br \/>\u201cHave another?\u201d<br \/>\u201cIt won\u2019t do any good.\u201d<br \/>\u201cTry it. You can\u2019t tell; maybe this is the one that gets it. Hey, waiter! Another absinthe for this se\u00f1or!\u201d<br \/>I poured the water directly into it and stirred it instead of letting it drip. Bill put in a lump of ice. I stirred the ice around with a spoon in the brownish, cloudy mixture.<br \/>\u201cHow is it?\u201d<br \/>\u201cFine.\u201d<br \/>\u201cDon\u2019t drink it fast that way. It will make you sick.\u201d<br \/>I set down the glass. I had not meant to drink it fast.<br \/>\u201cI feel tight.\u201d<br \/>\u201cYou ought to.\u201d<\/p>\n<p><img loading=\"lazy\" class=\"aligncenter  wp-image-923\" src=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Unbenannt-209x300.png\" alt=\"\" width=\"241\" height=\"346\" srcset=\"https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Unbenannt-209x300.png 209w, https:\/\/www.artfood.at\/wp-content\/uploads\/2021\/09\/Unbenannt.png 236w\" sizes=\"(max-width: 241px) 100vw, 241px\" \/><\/p>\n<p><b>Absinth\u00a0<\/b><span style=\"font-weight: 600;\">Gespritzter<\/span><br \/>Schlie\u00dflich hat Hemingways Liebe zum Absinth ihn angeblich dazu gebracht, im Jahr 1935 einen eigenen Cocktail zu kreieren namens <em>Death in the Afternoon<\/em>. Man nehme ein Stamperl Absinth, zwei Eisw\u00fcrfel und gie\u00dfe mit eisgek\u00fchltem Champagner auf. Salopp gesagt also eine Art nobler oder auch dekadenter, jedenfalls absolut ungew\u00f6hnlicher Absinth-G\u00b4 spritzter.<\/p>\n<p>Im Originalton: \u201ePour one jigger of absinthe into a Champagne glass. Add iced Champagne until it attains the proper opalescent milkiness. Drink three to five of these slowly.&#8220;\u00a0<br \/>Prost!<\/p>\n<hr \/>\n<p><strong>Infos &amp; Quellen<br \/><\/strong>*Absinth: <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/Absinth\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Wikipedia<\/a>.\u00a0<br \/>*Wirklich viel Content zum Absinth: <a href=\"http:\/\/www.museeabsinthe.com\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Mus\u00e9e Virtuel de l\u00b4Absinthe<\/a> (franz\u00f6sisch).<br \/>*Eine kurze, toll visualisierte Geschichte des Absinths: <a href=\"https:\/\/www.youtube.com\/watch?v=4xejRP8RYZA\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">YouTube<\/a> (4m 55s) (englisch).<br \/>*Wem die Stunde schl\u00e4gt: <a href=\"https:\/\/www.you-books.com\/book\/E-Hemingway\/Wem-Die-Stunde-Schlagt\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">you-books<\/a>.<br \/>*Death in the Afternoon: <a href=\"https:\/\/www.la.utexas.edu\/users\/bump\/images\/Hemingway\/death_in_the_afternoon.pdf\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">The University of Texas at Austin<\/a>, Liberal Arts.<br \/>*The Sun Also Rises: <a href=\"https:\/\/www.fadedpage.com\/showbook.php?pid=20150622\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Fadedpage Free eBooks<\/a>.<\/p>\n<p>Bilder:<br \/>*Titelbild: <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/absinth-wermut-alkohol-getr%C3%A4nke-4218874\/\">alandiaspirits<\/a>, Pixabay.<br \/>*Ernest Hemingway in Kenia 1953: <a href=\"https:\/\/commons.wikimedia.org\/wiki\/File:Ernest_Hemingway_Writing_at_Campsite_in_Kenya_-_NARA_-_192655.jpg\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Wikimedia<\/a>.\u00a0<br \/>*Hemingway Bar Kuba:\u00a0<a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/kuba-mariel-havanna-3285540\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Anne &amp; Saturnino Miranda<\/a>\u00a0auf\u00a0Pixabay.<br \/>*Buch_Brille_Phone: <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/gl\u00e4ser-buch-telefon-iphone-1052023\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Dariusz Sankowski<\/a>\u00a0auf\u00a0Pixabay.<br \/>*Las Medulas: <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/las-m\u00e9dulas-spanien-mir-landschaft-298849\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Ant\u00f3nio Cascalheira<\/a> auf Pixabay.<br \/>*Stierkampf: <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/illustrations\/kunst-collage-gestaltung-bunt-2320171\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">efes<\/a> auf Pixabay.<br \/>*Absinth mit Wasserkaraffe:\u00a0<a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/absinth-wermut-alkohol-getr%C3%A4nke-4218874\/\">alandiaspirits<\/a>, Pixabay.<br \/>*Alkoholika: <a href=\"https:\/\/pixabay.com\/de\/photos\/alkoholische-getr\u00e4nke-bar-bier-1845295\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Pexels<\/a> auf Pixabay.<br \/>*Rezept Death in the Afternoon: <a href=\"https:\/\/web.archive.org\/web\/20160405210536\/http:\/\/belikehemingway.com\/2016\/02\/29\/drink-like-hemingway-how-to-make-a-death-in-the-afternoon\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">belikehemingway.<\/a><\/p>\n\n\n<p><\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Absinth: ein legend\u00e4rer, lange Zeit verbotener, meist giftgr\u00fcner, bitterer Wermuthlik\u00f6r, der K\u00fcnstlern und Intellektuellen vor allem in Paris des 19. Jahrhunderts als Muse galt. Auch Die Gr\u00fcne Fee genannt. \u00dcber&hellip;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":917,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[15],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.artfood.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/915"}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.artfood.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.artfood.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.artfood.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.artfood.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=915"}],"version-history":[{"count":6,"href":"https:\/\/www.artfood.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/915\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":930,"href":"https:\/\/www.artfood.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/915\/revisions\/930"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.artfood.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media\/917"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.artfood.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=915"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.artfood.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=915"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.artfood.at\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=915"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}