Ich hab´ das komplett vergessen …

Vertieft in die vielen unterschiedlichen Aspekte rund um die Zitrone in der Kunst habe ich komplett vergessen: am 1. Juni war Weltmilchtag!

Nach Heilige Zitronen überall! wollte ich ja eigentlich die Milch einschieben – aber ich war so verstrickt in die Vielfalt der Zitrusfrüchte und ihrer Bedeutung in Kunst & Kultur (das Thema ist übrigens noch nicht erledigt:-)), dass ich einen zweiten Teil gleich nachschieben musste.

Daher wird die Kuh-Milch jetzt erst nachgereicht :-))

Der Weltmilchtag wurde im Jahr 2001 von der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) und dem Internationalen Milchwirtschaftsverband ins Leben gerufen und wird jeweils am 1. Juni begangen.

Dabei sollen einerseits Milch und Milchprodukte als natürliche, gesunde Lebensmittel beworben werden. Andererseits wird darauf aufmerksam gemacht, dass die Milchwirtschaft weltweit die Existenzgrundlage für mehr als eine Milliarde Menschen darstellt. Wobei diese Existenzgrundlage in manchen Fällen das Halten einer einzigen Kuh bedeutet, um den Lebensunterhalt einer Familie zu sichern.

Gleichzeitig ist Milch eines der umstrittensten Lebensmittel in der menschlichen Ernährung.

Die Kritik fängt bei der Tierzucht & dem Tierwohl an: wurden früher ein paar Liter Milch pro Tag gemolken, sind es aufgrund moderner Zuchttechniken mittlerweile bis zu 50 Liter täglich. Und eine Kuh produziert Milch ja nur unmittelbar nach der Geburt eines Kalbes. Also muss die Milchkuh einmal jährlich besamt werden, damit sich das Ganze auszahlt. Die Kuhmilch, die ja eigentlich Muttermilch für die Kälber wäre, geht in die Milchwirtschaft. Die Kälber werden möglichst rasch von der Mutter getrennt und mit Milchersatz gefüttert – ein unglaublicher Aspekt in der modernen Viehwirtschaft. Zusätzlich leben Milchkühe derzeit noch ein guten Teil ihrer Zeit in Anbindehaltung, d.h. Auslauf oder Weidegang sind eingeschränkt.

Auch gesundheitliche Fragen stellen sich: beispielsweise leiden etliche Menschen an einer Laktose-Intoleranz. Das bedeutet, dass Milch sowie Milchprodukte nicht bzw. nicht gut verdaut werden können. Aktuelle Studien versuchen weiters zu klären, ob tatsächlich ein Zusammenhang zwischen Milchkonsum und Osteoporose besteht. Demgegenüber gelten Milch und Milchprodukte sowohl in der Traditionellen Chinesischen Medizin als auch im Ayurveda, dem traditionellen indischen Gesundheitssystem, unter bestimmten Umständen als durchaus wertvolle Lebensmittel.

Als Biochemikerin bin ich übrigens der Überzeugung, dass der menschliche Körper keine sogenannten Schlacken produziert (Was genau soll das sein?) und diese irgendwo (Wo genau?) im Körper ablagert.

Was sagt uns das alles? Auch wenn das Bedürfnis danach groß ist: es gibt selten eine einfache, allgemein gültige Sichtweise und zwischen Schwarz und Weiß ist jede Menge Platz für Argumente, Sichtweisen und Antworten.

Zu guter Letzt möchte ich der Vielfalt der Überlegungen zu Milch noch eine kleine alltags-kulturelle Facette hinzufügen: In meiner Kindheit war Was Bin ich? Das heitere Beruferaten ein Highlight im TV. Geleitet wurde diese frühe Form einer Quizshow von einem gewissen Herrn Robert Lembke. Er ist schon lange verblichen und hier auch nicht weiter wichtig, aber von ihm ist folgender wunderbarer Spruch überliefert:

„Es stimmt gar nicht, dass Kühe Milch geben.
Die Bauern nehmen sie ihnen ganz einfach weg.“

Auf den ersten Blick total witzig, aber in seinem Kern passt dieses Bonmot wunderbar zur oben erwähnten Kritik.
Weitere ArtFood-Gedanken zu Milch findet ihr hier: Vom Anbeginn aller Zeit.

PS: Essen ist gut!


Infos & Quellen
Bilder:
*Titelbild: Myriams-Fotos, Pixabay.
*Milchkannen: Momentmal, Pixabay.
*Glas Milch: Pezibear, Pixabay.
*Kuhfell schwarz/weiß: Gabriela Ortega, Pixabay.

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